Frohes neues Jahr! {Weihnachten und Silvester am anderen Ende der Welt}
(Ich habe das offizielle Video vom Feuerwerk eingefügt, weil meine Aufnahmen nicht so gelungen sind)
Vanillekipferl - Backen gehört einfach dazu
Meine Gastfamilie fand die Zimtsterne am besten und die Kids hatten eine Menge Spaß beim Backen
Erstmal wünsche ich euch allein ein frohes neues Jahr 2016 und hoffe, dass ihr alle gut ins neue Jahr gerutscht seid! "Einen guten Rutsch" wünschen oder ähnliches gibt es hier übrigens nicht. Ich will euch ein bisschen erzählen, wie ich Weihnachten und Silvester in Down Under verbracht habe.
Heiligabend am Strand
Merry Christmas!
Das einzig gelungene Bild
Die Sonne hat ein wenig geblendet
Gruppenfoto mit in etwa der Hälfte der Leute
Die Australier feiern wie viele europäische Nationen auch nicht am 24. Dezember. Mir persönlich ist der Tag aber am wichtigsten und ich wollte schon etwas besonderes machen. Deshalb habe ich mir mit zwei Freundinnen überlegt, dass wir ein Barbecue am Strand machen können. Heiligabend auf australisch. Wir fanden's aber zu dritt ein wenig einsam und daraufhin habe ich in eine der viele Facebook-Gruppen geschrieben und unseren Plan erklärt. Die Resonanz war unglaublich. Innerhalb von ein paar Stunden hatten sich so viele Menschen gemeldet und es wurde ein Facebook-Event erstellt. Ich war nur ein bisschen besorgt, weil meine Name unter dem ganzen stand.
Am 24. selber habe ich erstmal ausgeschlafen und dann den Tag in Ruhe angehen lassen. Ich war noch ein bisschen Proviant einkaufen und habe mich dann um 14 Uhr mit Kim und Alina getroffen. Wir sind zusammen zum Bronte Beach gefahren, wo das ganze stattfinden sollte. Schon im Bus haben wir die ersten Deutschen getroffen, die auch dorthin wollten. Zu übersehen waren die anderen mit lauter Weihnachtsmützen nicht, Deutsche erkennt man sowieso immer schon aus 100 Metern Entfernung. Es waren wahnsinnig nette Leute dort und wir hatten einen schönen Nachmittag mit Barbecue, Flunkyball und am Strand sitzen. Das hat einen dann auch vergessen lassen, dass man gerade nicht zuhause ist und die Familie zuhause unter dem Tannenbaum sitzt. Insgesamt waren schätzungsweise über den Tag verteilt 200 Leute da, schon ganz schön viele. Um 21 Uhr musste ich mich dann aber auch auf den Heimweg machen, weil es am nächsten Tag früh weiterging.
Weihnachtsfoto für den Fotokalender
Noch schnell ein Foto bevor die Bescherung beginnt
Avalon Beach
In Australien kommt Santa nämlich in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und sobald die Kinder wach sind, werden die Geschenke ausgepackt. Weil meine Kids immer so zwischen 6 und 7 Uhr aufwachen, habe ich mir den Wecker auf 6 Uhr gestellt. Es waren auch schon alle im Wohnzimmer und haben die Geschenke begutachtet. Jeder hat abwechselnd ein Geschenk aufmachen dürfen. Ich fand, die Kinder haben echt schöne Dinge bekommen und auch nicht im Übermaß, wie es wohl in vielen anderen Familien der Fall ist. Ich habe den Kindern jeweils eine Kleinigkeit geschenkt und für alle zusammen das Spiel "Twister". Für meine Gasteltern hatte ich mit den Kindern einen Fotokalender gestaltet, worüber sie sich sehr gefreut haben. Was ich auch sehr amüsant fand, ist, dass ich Johnny einen kleinen Spielzeugtraktor geschenkt habe und er sich darüber fast am meisten gefreut hat und ihn überall mit hingenommen hat und allen gezeigt hat. Ich habe von meiner Gastfamilie Geld bekommen, um mir einen Backpack zu kaufen. Davon erzähle ich euch aber demnächst noch. Als alle Geschenke ausgepackt waren, habe ich noch das Paket von zuhause geöffnet und mich auch sehr darüber gefreut.
Nach der Bescherung habe ich noch mit Mama und Papa geskypet, weil zuhause ja auch gerade alles gelaufen war; wir hatten praktisch gleichzeitig Bescherung. Ich konnte aber nicht allzu lange mit Ihnen sprechen, weil meine Gastfamilie los zum Strand wollte und ich gerne mitkommen wollte. Nach dem Auflegen überkam mich dann aber richtig das Heimweh und ich konnte mich nicht mehr zusammenreißen. Meine Gasteltern haben das mitbekommen und mich gedrückt und dann versucht mich abzulenken. Die Kinder haben das natürlich auch gesehen und waren so zuckersüß. Johnny hat sich aus seinem Autositz zu mir rübergelehnt und mich ganz lange umarmt und dann für den Rest der Fahrt meine Hand gehalten. Am Strand war es dann schon besser und ich habe mit den Kindern ein bisschen im Wasser gespielt. Wir waren am Avalon Beach, einer der Northern Beaches in Sydney. Dort gab es auch einen Rockpool, in dem wir schwimmen waren. Es ist schon verrückt an Weihnachten am Strand zu liegen. Nach einem kleinen Picknick sind wir dann wieder zurück nach Hause gefahren. Da meine Gasteltern keine Hilfe beim Essenvorbereiten brauchten, habe ich mich kurz zurück gezogen und ein paar Nachrichten nach Hause geschrieben. Zum Lunch gab es dann Prawns (Garnelen) mit Beilagen. Seafood ist ein sehr typisches Weihnachtsessen in Australien. Wir haben dann ausnahmsweise mal in Ruhe und ausgiebig gegessen. Da meine Gastfamilie aber keine Verwandten in der Nähe hat, waren wir nur zu siebt. Nach dem Essen war erst mal Mittagsruhe. Ich habe noch ein bisschen mit Tom Lego zusammengebaut und das war dann fast wie zuhause, weil mein Bruder das auch jedes Jahr an Weihnachten macht. Meine Gastfamilie hat den restlichen Tag nichts mehr gemacht und da für mich der Gottesdienst für Weihnachten dazugehört, bin ich noch in die Stadt zur Kirche gefahren. Es gibt hier nicht viele evangelische Kirchen und deswegen habe ich mich dazu entschieden zu einer der großen katholischen Kathedralen in der Innenstadt zu fahren. Ich habe mich dort mit zwei Mädchen getroffen, die auch gerne zum Gottesdienst gehen wollten. Die Messe an sich war nicht so interessant, sehr langwierig und eintönig. Aber das kannte ich ja schon von den katholischen Messen in Frankreich, da ist mir unser Krippenspiel zuhause lieber. Außerdem liefen während des gesamten Gottesdienst Touristen durch die Kirche und haben Fotos gemacht, das fand ich auch ein bisschen befremdlich. Wieder zuhause habe ich den restlichen Abend mit meinen Eltern geskypet, um zumindest ein bisschen Weihnachten zuhause zu sein.
Der 26. Dezember war dann sehr unspektakulär. Ich musste den ganzen Tag arbeiten und hatte somit die Kinder von morgens bis abends, während die Eltern auf einer Bootsfeier waren. Die Kinder waren wegen der ganzen neuen Spielsachen ziemlich aufgedreht und haben mich an dem Tag ziemlich oft auf die Palme gebracht. Ich war dann einfach nur glücklich, als die Eltern wieder zuhause waren und ich ins Bett fallen konnte.
Einige Tage später sind dann noch zwei Päckchen bei mir eingetrudelt. Von meiner Tante habe ich eine süße Karte und tolle Ohrringe bekommen und meine Mädels haben mir das Bild vom Abiball eingerahmt geschickt. Ich habe mich sehr gefreut und bin so froh, tolle Menschen zuhause zu haben.
Insgesamt war es schon ein besonderes Erlebnis, Weihnachten auf einem anderen Kontinent im Sommer zu verbringen, aber einmal im Leben an Weihnachten nicht zuhause zu sein, reicht auch. Ich hatte schon in der Vorweihnachtszeit öfter leichtes Heimweh und es ist hier nicht wirklich ein besonderes Fest wie zuhause. Dass die Weihnachtszeit meine Lieblingszeit im Jahr ist, hat es dann nicht einfacher gemacht. Wenn man über die Festtage nicht daheim ist, merkt man erst richtig, wie wichtig einem das Zusammenkommen zu dieser Zeit ist. Ich war einfach nur froh, dass Weihnachten vorüber ist, habe mich dafür aber wahnsinnig auf Silvester gefreut.
Ein Teil der endlosen Schlange
Aussicht vom Mrs. Macquarie's Chair
Langeweile vertreiben
"Ruhe vor dem Sturm"
All die Selfie-Stäbe
Lieblingsbild
Es war schon ein eindrucksvolles Feuerwerk
Sydney ist ja die Silvester-Stadt schlechthin und das wollten wir natürlich ausnutzen. Die beste Sicht auf das Opera House und die Harbour Bridge hat man vom Mrs. Macquarie's Chair, einem Teil des botanischen Gartens. Das wussten aber natürlich nicht nur wir, sondern noch ganz viele andere Menschen. Ab 10 Uhr war Einlass, aber schon Stunden vorher haben sich die Menschen angestellt. Wir haben uns mit einer Gruppe von einigen Aupairs entschlossen, uns um 6 Uhr in der Früh in die Schlange zu stellen. Das hieß also um 4:30 aufstehen. Nach uns wurde die Schlange immer noch länger und länger, diese Menschenmassen waren echt beeindruckend. Bis 10 Uhr saßen wir dann also in der Sonne und ab dann kamen wir Stück für Stück auf das Gelände. Wir hatten dann einen tollen Platz im Schatten, dafür hat sich das anstellen dann gelohnt. Wir hatten alle so viel Essen dabei, dass wir kein Stück hungrig geworden sind. Den Tag haben wir dann mit dösen, Uno spielen und viel essen verbracht. Um 21 Uhr war das Familienfeuerwerk. Das habe ich bei Tinja, die auch aus Melbourne hier war, angeguckt, weil man von dort eine bessere Sicht auf's Opera House hatte. Ich fand das schon sehr schön und eindrucksvoll, obwohl es deutlich kleiner war. Um Mitternacht war dann das große Feuerwerk, aber schon eine Stunde vorher haben die Leute gedrängelt und alles hat sich nach vorne verschoben. Wir haben uns dann auch in die Maßen begeben und versucht, so weit wie möglich vorzukommen. Wir waren zwar echt nah dran, aber durch die ganzen großen Leute und die Selfie-Stäbe konnte ich nicht alles sehen. Das mit den ganzen Selfie-Stäben hat mich sowieso ein bisschen geärgert, warum muss man das alles komplett aufnehmen und kann nicht einfach den Moment genießen? Dadurch, dass wir unter einem Baum standen, war die Sicht nach oben auch noch mal ein bisschen beschränkt. Aber es war auch ein einmaliges Erlebnis zwischen Tausenden von Menschen eigedrängt zu stehen und zum Himmel hochzustaren und das Feuerwerk zu bestaunen. Um Mitternacht sind sich dann auch alle Leute um den Hals gefallen und haben sich ein "Happy New Year" gewünscht, egal, ob man sich nun kannte oder nicht. Nach dem Feuerwerk hat sich alles aber sehr schnell aufgelöst. Wir haben uns auch von der Gruppe verabschiedet und ich bin mit Anne und Noemi zum Bahnhof gelaufen. In der Innenstadt war alles sehr gut organisiert, die Straßen waren gesperrt, sodass die Ströme auf der Straße zu den Bahnhöfen laufen konnten. Wenn die Stationen zu überfüllt waren, wurden sie geschlossen und man wurde zu einer anderen geleitet. Wir waren vom dem langen Tag so müde, dass wir direkt nach Hause wollten. Außerdem war die Stadt kurz darauf sowieso wie ausgestorben, gefeiert wird hier eher am 1.1. Die Züge fuhren auch alle paar Minuten, sodass ich um kurz nach 2 zuhause war. Ich habe noch schnell Ohropax in die Ohren gesteckt, damit ich am nächsten Tag mal irgendwie ausschlafen konnte und bin dann sofort eingeschlafen. Am nächsten Tag habe ich auch einigermaßen lange geschlafen und danach ruhig in den Tag gestartet. Um 17 Uhr musste ich dann arbeiten und abends habe ich noch mit Zuhause geskypet, um ein frohes neues Jahr zu wünschen. Der erste Januar war also sehr unaufgeregt.
Feuerwerk um Mitternacht
Opera House und Harbour Bridge
Die Bildschirme haben schon ein wenig gestört
Sicht auf dem Heimweg
Silvester hat mir hier echt gut gefallen und ich fand auch, dass Sommer und der Jahreswechsel ganz gut zusammenpassen. Man ist ja eh den ganzen Tag draußen und feiert, da sind warme Temperaturen schon ganz angenehm. Auch das Anstellen für's Feuerwerk mit Festival-Charakter war eine Erfahrung wert und ich bereue es kein Stück, aber noch mal machen würde ich es wahrscheinlich nicht.
Ich freue mich jetzt einfach auf 2016 und die vielen tollen Sachen, die ich machen dürfen werde. 2015 war ein klasse Jahr mit Abitur, Abiball, meinem 18. Geburtstag und Australien und ich vermute 2016 kann das sogar noch toppen.
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